Einkochen

Viele Obst- und Gemüsesorten aus dem eigenen Garten lassen sich sehr gut als Vorrat für den Winter einkochen oder einwecken. In Weckgläsern halten sie sich bis zur nächsten Ernte und darüber hinaus. Damit dies gelingt, gibt es jedoch einige wichtige Dinge zu beachten.

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Einkochtöpfe, Gläser, Gummiringe und Klammern

Zum Einkochen gibt es spezielle Einkochtöpfe mit einem integrierten Thermometer. Grundsätzlich eignet sich hierfür aber auch ein gewöhnlicher Topf. In diesem Fall ist jedoch ein zusätzliches Einkochthermometer nötig, um die Wassertemperatur genau zu regulieren. Ein Einkochthermometer ist etwa 40 Zentimeter lang und damit auch für hohe Töpfe geeignet. Seine Schutzhülle besteht meist aus Weißblech.

Einkochgläser gibt es in Form von Gläsern mit separaten Deckeln und Gummiringen und als Gläser mit Schraubverschluss, wie sie auch gern für Marmelade genutzt werden. Selbst Kuchen lässt sich einwecken. Hierfür verwendet man am besten Sturzgläser, aus denen sich der Inhalt – wie der Name schon sagt – stürzen lässt. Darüber hinaus produzieren die Hersteller ihre Weckgläser in zum Teil sehr dekorativen Ausführungen. Auf die Qualität und Haltbarkeit von Obst und Gemüse hat die Form der Gläser jedoch keinen Einfluss. Schlichte Gläser erfüllen ihren Zweck deshalb ebenso gut.

Einige Einkochgläser besitzen bereits eine Klammer, mit der sie verschlossen werden. Bei anderen sind zusätzliche Klammern erforderlich, die jedoch nur während des Einkochvorgangs erforderlich sind. Danach werden sie wieder abgenommen und können für die nächsten Gläser gebraucht werden. Je nach Größe des Einkochtopfs reicht daher eine geringe Anzahl dieser Klammern aus.

Die Vorbereitung

Beim Einkochen ist Sauberkeit extrem wichtig. Schon kleinste Verschmutzungen können dazu führen, dass Obst oder Gemüse in den Gläsern zu schimmeln beginnt. Gläser und Gummis müssen vor dem Befüllen deshalb sorgfältig gereinigt werden. Gummis gehören jedoch nicht in den Spülmaschine, denn sie werden schnell porös. Sie sollten deshalb von Hand gereinigt werden. Beim Einkochen von Obst oder Gemüse, das heiß in die Gläser gefüllt wird, ist es außerdem wichtig, die Gläser vor dem Befüllen noch einmal heiß auszuspülen, damit sie nicht platzen. Zusätzlich sollten sie in diesem Fall auf ein feuchtes und warmes Küchentuch gestellt werden.

Beim Einkochen entweicht die Luft aus dem Glas, sodass ein Vakuum entsteht und der Deckel fest auf das Glas gepresst wird. Diese Technik kann aber natürlich nur funktionieren, wenn zwischen Glas, Gummi und Deckel keine Zwischenräume bleiben. Gläser mit beschädigten Rändern oder Gummiringe mit Rissen sind zum Einkochen daher nicht mehr geeignet und sollten vorab aussortiert werden.

Das Einkochen

Einfüllhöhe, Einkochzeit und Temperatur unterscheiden sich bei den einzelnen Obst- und Gemüsesorten. Es ist daher immer ratsam, diese Daten in einem Einkochbuch nachzuschlagen. Sind alle Gläser gefüllt, sollten ihre Ränder bei Bedarf noch einmal gereinigt werden. Danach werden Gummiringe und Deckel aufgelegt, die Gläser mit den Klammern verschlossen und in den Einkochtopf beziehungsweise den Kochtopf gesetzt. In einem entsprechend hohen Topf dürfen die Gläser ruhig aufeinander stehen. Im Anschluss wird der Topf mit Wasser gefüllt. Hierbei gilt, dass die Temperatur des Wassers immer ungefähr der Temperatur des Einkochguts entsprechen sollte. Bei Obst und Gemüse, das heiß in die Gläser gefüllt wurde, wird der Topf deshalb mit heißem Wasser gefüllt, bei kaltem Einkochgut mit kaltem Wasser. In beiden Fällen wird so lange Wasser in den Topf gegeben, bis die Gläser bis knapp unter dem Rand im Wasser stehen. Dass bei mehreren Lagen die unteren Gläser hierdurch komplett mit Wasser bedeckt sind, ist nicht schlimm. Durch das Gummi und den mit der Klammer verschlossenen Deckel kann kein Wasser in die Gläser eindringen.

Die Einkochzeit beginnt, wenn die richtige Temperatur erreicht ist. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Gläser aus dem Topf genommen. Um sich hierbei nicht die Finger zu verbrennen, gibt es praktische Greifzangen, die auch unter der Bezeichnung Glasheber oder Einkochglasheber angeboten werden. Danach müssen die Einweckgläser bei Zimmertemperatur zunächst vollständig abkühlen, bevor die Klammern wieder abgenommen werden dürfen. Dann können sie im Keller oder in einem Vorratsraum eingelagert werden.

Trotz größter Sauberkeit kommt es vor, dass in einigen Einkochgläsern kein Vakuum entsteht. Nach dem Einkochen sollte deshalb immer wieder überprüft werden, ob alle Gläser fest verschlossen sind. Finden sich hierbei Gläser, bei denen der Deckel nur lose aufliegt, sollte ihr Inhalt bald aufgebraucht werden. Er ist zwar vollkommen in Ordnung, wie frisches Obst oder Gemüse aber nur noch begrenzt haltbar.


Samenhaus Müller

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