Wirsing

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Der Wirsing oder Wirsingkohl lässt sich fast das ganze Jahr über anbauen, denn von dieser Kohlart gibt es frühe, mittlere und späte Sorten. Von den Wintersorten vertragen einige auch starke Fröste. Der Wirsing zählt daher zu den wenigen Gemüsesorten, die im Winter geerntet werden können, um sich in der kalten Jahreszeit mit Vitaminen zu versorgen.

Aussaat

Frühe Wirsingsorten können schon ab Februar aus Samen vorgezogen werden. Eine Aussaat direkt in ein Beet ist bei den frühen Sorten ab April und bei mittleren Sorten ab Mai möglich. Das Vorziehen von späten Wirsingsorten kann ab Juni erfolgen. Es bietet sich an, wenn das Beet, in das der Wirsing gepflanzt werden soll, noch nicht frei ist. Diese Jungpflanzen können im Juli in den Garten. In diesem Monat kann der Winterwirsing auch direkt im Garten ausgesät werden.

Wirsingsamen müssen mit etwa einem Zentimeter Erde bedeckt und in der folgenden Zeit immer leicht feucht gehalten werden. Sie keimen bei einer Temperatur von 15 bis 20 °C innerhalb von zwei Wochen.

Standort und Pflanzung

Der Wirsing bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen und etwas geschützten Platz im Garten. Für ein gutes Wachstum braucht er viele Nährstoffe. Vor dem Setzen der Pflanzen sollte der Boden deshalb mit Kompost oder einem guten Dünger angereichert werden. Ebenso wichtig ist ein ausreichend großer Abstand zwischen den Pflanzen, denn die Kohlköpfe werden recht groß. Er sollte zwischen den einzelnen Pflanzen sowie zwischen mehreren Reihen etwa 50 Zentimeter betragen. Große Kohlköpfe sind außerdem ziemlich schwer. Die Erde darf deshalb nicht zu locker sein, denn sonst könnte es passieren, dass die Pflanzen in den Boden einsinken oder umfallen.

Beim Wirsing und anderen Kohlarten ist darüber hinaus zu beachten, dass sie frühestens nach drei Jahren wieder im selben Beet angebaut werden sollten. Auf diese Weise lassen sich typische Kohlkrankheiten verhindern und auch der Boden kann regenerieren, wenn das Beet in der folgenden Saison für weniger stark zehrendes Gemüse genutzt wird. Andere Kohlsorten sollten ebenfalls nicht in der Nähe des Wirsing kultiviert werden.

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Pflege

Der Wirsing benötigt ausreichend Wasser und muss in den heißen Sommermonaten deshalb meist zusätzlich bewässert werden. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt lässt den Boden bei Sonnenschein weniger schnell austrocknen und erleichtert dadurch das Gießen. Damit die Erde rund um die Pflanzen durchlässig bleibt und Regenwasser aufnehmen kann, sollte sie regelmäßig mit der Harke bearbeitet und von Unkraut befreit werden. Haben sich kleine Köpfe gebildet, braucht der Wirsing einen Nachschub an Nährstoffen. Für diese Düngung eignet sich ein Gemüsedünger, eine selbst hergestellte Brennnesseljauche und andere Düngemittel wie zum Beispiel Hornmehl oder Hornspäne. Das Anhäufeln von Erde rund um die Strünke verhindert, dass die Pflanzen durch das hohe Gewicht der Köpfe umfallen.

Ernte

Frühe Sorten des Wirsing werden drei bis vier Monate nach der Aussaat geerntet, bei den späten Sorten dauert es bis zu 40 Wochen, bis sich große und feste Köpfe gebildet haben. Vor allem beim Sommerwirsing können aber auch immer wieder nur die äußeren Blätter geerntet werden. Bleibt das Herz in der Mitte unbeschädigt, wächst der Kopf weiter.

Bei der Ernte werden die Kohlköpfe am Strunk abgeschnitten. Die Wurzeln sollten jedoch nicht im Boden bleiben, denn auch über die Wurzeln können sich Kohlkrankheiten im Garten ausbreiten. Wirsing lässt sich gut einfrieren, falls von einem Kohlkopf Reste übrig bleiben. Sie sind ein guter Vorrat für Zeiten, in denen keine Ernte stattfinden kann. Die Einlagerung von ganzen Köpfen ist ebenfalls möglich. Sie halten sich in einem kühlen Raum wie dem Keller etwa zwei Wochen, abhängig von der Sorte aber auch länger.


Samenhaus Müller

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