Ohrenkneifer

Ohrenkneifer, Ohrwürmer oder Ohrenkriecher sind im Garten meist recht nützlich, denn sie helfen bei der Bekämpfung der Blattläuse. Im Haus sind sie dagegen meist nicht gern gesehen, obwohl sie auch dort nur wenig Schaden anrichten.

Bild: uschi dreiucker / pixelio.de

Ohrenkneifer sind an den Zangen an ihrem Hinterleib zu erkennen, die sie zur Jagd und zur Verteidigung einsetzen. Wegen dieser Zangen und ihres Namens entstanden viele Legenden über diese Insekten, in denen behauptet wurde, Ohrenkneifer würden in die Ohren von Menschen eindringen und dort mit ihren Zangen das Trommelfell durchstechen. Tatsächlich sind die Ohrenkneifer hierzu jedoch weder in der Lage, noch hätten sie ein Interesse daran, in menschliche Ohren zu krabbeln. Ihr Name geht vermutlich auf die Tatsache zurück, dass zermahlene Ohrenkneifer früher zur Behandlung verschiedener Ohrenkrankheiten eingesetzt wurden.

Ohrenkneifer im Garten

Im Garten sind Ohrwürmer sehr nützlich, denn sie fressen Blattläuse in großen Mengen. Allerdings kann es dazu kommen, dass sie auch Pflanzen anfressen, wenn sie keine Blattläuse mehr finden. Besonders betroffen sind hiervon die Engelstrompeten und die Dahlien, bei denen sich dann Löcher in den Blättern zeigen. Soweit möglich können die Ohrenkneifer in diesem Fall an eine andere Stelle im Garten umgesiedelt werden, wo sich noch genügend Blattläuse finden. Hierzu wird ein kleines Ohrenkneifer Hotel gebaut, das direkt an der betroffenen Pflanze platziert wird.

Bild: Romy1971 / pixelio.de

Das Ohrenkneifer Hotel

Das Ohrenkneifer Hotel ist eine recht simple Konstruktion, die aus einem etwas größeren Blumentopf aus Ton besteht. Dieser Topf wird später kopfüber aufgehangen, deshalb wird als erstes ein Stück Seil durch das kleine Loch, durch das normalerweise das überschüssige Gießwasser abfließen kann, gesteckt und an einen kurzen Holzstab geknotet, sodass es später nicht wieder herausrutschen kann. Danach wird der Blumentopf mit Stroh oder Holzwolle gefüllt und mit einem Netz oder einem Drahtgeflecht verschlossen, das so weitmaschig sein sollte, dass die Ohrenkneifer noch leicht hindurchschlüpfen können. Dieses Hotel wird an einem Baum oder Strauch aufgehangen, hierbei muss der Topf die Pflanze berühren, denn die Ohrenkneifer können zwar schnell laufen, aber nicht fliegen. Bei kleineren Pflanzen wird das Hotel einfach auf den Boden gestellt, ein kleines Stück Holz oder Ähnliches sorgt in diesem Fall dafür, dass unten ein kleiner Spalt als Eingang bleibt.  Im Allgemeinen wird der neue Unterschlupf schnell von den Ohrenkneifern angenommen, sodass er schon in den folgenden Tagen an einen anderen Standort im Garten – am besten in die Nähe von blattlausbefallenen Pflanzen – umgesiedelt werden kann. Andernfalls kann aber auch der Inhalt des Topfes mitsamt der Ohrenkneifer entsorgt werden.

Ohrenkneifer im Haus

Ohrenkneifer in der Wohnung sind zwar ungefährlich, aber doch eher unangenehm. Sie finden oft den Weg ins Haus, wenn in der Nähe der Fenster und Türen viele Pflanzen und vor allem solche mit Blattläusen stehen. Ohrenkneifer nisten aber auch gern unter Holzbrettern, Blättern und Rinde, deshalb werden sie nicht so leicht in die Wohnung eindringen, wenn es diese Dinge direkt am Haus nicht gibt. Ansonsten hilft aber auch in diesem Fall die Umsiedelung mit Hilfe eines Blumentopfes.


Garten Schlüter

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