Wespe

Wespen sind ein wichtiger Teil der Natur, können aber bisweilen recht nervtötend sein, wenn sie sich eingeladen fühlen, an der Kaffeetafel Platz zu nehmen. Mit etwas Umsicht können Mensch und Tier aber in der Regel gut nebeneinander leben.

Bild: Jonathan Keller / pixelio.de

Entstehung und Auflösung des Wespenstaates

Ein Wespenstaat wird im Frühling durch ein einziges befruchtetes Weibchen, der späteren Königin, gegründet. Dann beginnt es, morsches Holz zu sammeln, zerkaut es zu kleinen Kügelchen und baut daraus ein kleines Nest. In dieses Nest legt es die ersten Eier und befruchtet sie mit den Samen, die sie den Winter über in ihrer Samentasche aufbewahrt hat. Aus den Eiern schlüpfen die Arbeiterinnen, die ihr beim weiteren Nestbau und bei der Aufzucht des Nachwuchses helfen, sodass sich die Königin nach einer gewissen Zeit allein auf das Eierlegen konzentrieren kann. Sind genügend Arbeiterinnen vorhanden, teilen sie sich die notwendigen Arbeiten untereinander auf, einige sind dann nur noch für die Pflege der Larven zuständig, andere kümmern sich um die Beschaffung der Nahrung. Erst im Herbst schlüpfen aus den Eiern fruchtbare Weibchen. Diese beginnen sofort damit, selbst Eier zu legen, aus denen die Drohnen, also männliche Tiere schlüpfen. Deren einzige Aufgabe besteht darin, die Weibchen zu befruchten, nach der Paarung sterben sie daher. Die Weibchen jedoch bewahren die Samen der Drohnen wiederum in einer Samentasche auf und suchen sich einen Platz, an dem sie überwintern. Nach ihrem Winterschlaf gründen sie dann einen eigenen Wespenstaat und der ganze Kreislauf beginnt von vorn.

Bild: Marina Großmann / pixelio.de

Das Wespennest im Haus

Ein Wespennest in oder am Haus steht unter Naturschutz und darf daher nur dann entfernt werden, wenn eine unmittelbare Gefahr für die Bewohner des Hauses besteht. Diese Arbeit sollte aber nur von einem Fachmann erledigt werden, denn Wespen reagieren bei einer Bedrohung sehr aggressiv. Sie können mehrfach stechen, weil ihr Stachel keine Widerhaken besitzt, und rufen außerdem weitere Wespen durch eine Lockstoff zu Hilfe. Im Herbst oder im Winter kann man ein Wespennest dagegen problemlos entfernen, denn bis dahin sind alle Arbeiterinnen gestorben, die befruchteten Weibchen haben sich einen Platz für die Überwinterung gesucht und das Nest des Vorjahres wird von ihnen auf keinen Fall wieder benutzt.

Wespen vertreiben

Wespen lassen sich nur schwerlich vertreiben, wenn sie eine gute Nahrungsquelle gefunden haben, daher ist es am besten, sie gar nicht erst in Versuchung zu führen. Vor allem die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe haben kein Problem damit, sich in der Nähe von Menschen aufzuhalten und stürzen sich daher mit Vorliebe auf Kuchen, Süßspeisen und Getränke, die offen auf dem Terrassentisch stehen. Ebenso ist das Fallobst im Obstgarten ein beliebtes Ziel und kann zu schmerzhaften Stichen unter den Fußsohlen führen, wenn dort barfuß gelaufen wird. Duftstoffe wie Lavendelöl, Knoblauch, Zitrone oder eine Tomatenpflanze auf der Terrasse zeigen dagegen meist nur wenig Effekt bei der Abwehr von Wespen. Auch das Schlagen nach den Insekten verstärkt die Probleme nur noch, denn es macht die Wespen aggressiv, sie sondern einen Duftstoff ab und rufen damit weitere Wespen zu Hilfe. Vorsorge ist daher die beste Methode, die äußerst schmerzhaften Wespenstiche zu vermeiden.