Clematis – Waldrebe

Die Clematis ist eine beliebte Kletterpflanze, die je nach Sorte eine Höhe von acht bis zehn Metern erreichen kann. Sie rankt sowohl an natürlichen Kletterhilfen wie Bäumen und Büschen wie auch an einem Rankgerüst an der Hauswand. Von dieser Pflanze gibt es hunderte verschiedener Arten, die sich in ihrer Blütenform und Farbe wie auch in ihrer Blütezeit unterscheiden.

Bild: Peter Smola / pixelio.de

Pflanzen

Eine Clematis wird am besten im Spätsommer, also in den Monaten von August bis Oktober gepflanzt. Dann sind die Bedingungen optimal, damit sie zunächst Wurzeln bilden kann, um im nächsten Frühjahr mit dem überirdischen Wachstum zu beginnen. Alternativ ist es auch möglich, sie im Frühjahr zu pflanzen, in diesem Fall muss aber unbedingt auf eine gute Wasserversorgung während des folgenden Sommers geachtet werden.

Standort

Ein halbschattiger Standort wie zum Beispiel an einer Mauer in Ost- oder Westrichtung ist für diese Pflanze ideal. Damit keine Staunässe entstehen kann, auf die die Clematis sehr empfindlich reagiert, wird als unterste Schicht am besten etwas Blähton oder Kies in das Pflanzloch eingefüllt. Danach wird die Pflanze so tief in den Boden gesetzt, dass der Topfballen fünf bis zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche liegt. Vor und nach dem Pflanzen wird die Clematis reichlich gewässert, etwas Dünger, der zusammen mit der Erde in das Pflanzloch gefüllt wird, versorgt die Clematis in der Anwachszeit mit den nötigen Nährstoffen.

Pflege

Nach dem Pflanzen sollte der Boden rund um den Stamm mit einer Mulchschicht abgedeckt oder mit kleineren Stauden oder Bodendeckern bepflanzt werden, denn die Clematis braucht einen kühlen Fuß. Außerdem verhindert dies die Austrocknung des Bodens. Im November oder Dezember des Pflanzjahres wird die Clematis auf 20 bis 30 Zentimeter zurückgeschnitten, damit sie im folgenden Jahr viele Seitentriebe bildet und kompakt wächst.

Kletterhilfe

Als Kletterhilfe eignet sich für die Clematis sowohl ein Baum oder ein größerer Strauch wie auch ein Rankgitter aus Holz, Metall oder Drähten. Der Abstand zwischen dieser Kletterhilfe und der Pflanze sollte etwa 20 Zentimeter betragen, bei einem Standort an einer Hauswand oder einer Mauer sollte zwischen Wand und Gitter fünf bis zehn Zentimeter Luft bleiben, damit die Pflanze von hinten belüftet wird.

Bild: Angelina Ströbel / pixelio.de

Rückschnitt

Vor dem Schneiden der Clematis ist zu klären, um welche Sorte es sich bei der eigenen Pflanze handelt, denn die Clematis wird in drei Schnittgruppen eingeteilt. Grundsätzlich ist ein Schnitt zwar nicht unbedingt erforderlich, ohne Rückschnitt verkahlt die Clematis jedoch häufig im unteren Bereich. Sollte sie bereits verkahlt sein, ist es unabhängig von der Schnittgruppe möglich, sie radikal zurückzuschneiden, damit sie wieder neu austreibt.

Zur ersten Gruppe gehören alle Clematisarten wie die Clematis montana, die schon im Mai blühen. Diese Sorten bilden ihre Blüten immer am Holz des Vorjahres und sollten daher möglichst gar nicht geschnitten werden. Sind sie im Laufe der Jahre zu groß geworden, können sie direkt nach der Blüte eingekürzt werden.

Die Clematisarten mit den besonders großen Blüten blühen meist zweimal im Jahr, einmal im Mai und dann noch einmal im Spätsommer. Diese Sorten werden am Ende des Jahres oder in den ersten Monaten des neuen Jahres um die Hälfte eingekürzt und benötigen zusätzlich alle drei bis fünf Jahre einen radikalen Rückschnitt auf 20 bis 30 Zentimeter, damit sich die gesamte Pflanze verjüngt. Beim Rückschnitt ist darauf zu achten, dass er nur an frostfreien Tagen erfolgen sollte.

Clematissorten, die nur einmal im Hochsommer blühen, gehören zur Schnittgruppe 3. Bei diesen Sorten ist der Rückschnitt besonders einfach, denn sie werden jedes Jahr an einem frostfreien Tag in den Wintermonaten auf 20 bis 30 Zentimeter eingekürzt.

Clematiswelke

Die Clematiswelke ist eine Pilzerkrankung, die vor allem die großblumigen Sorten befällt. Bei dieser Krankheit verstopfen Pilze die Leitungsbahnen, sodass die überirdischen Teile der Pflanze nicht mehr versorgt werden können. Die Blätter und Triebe werden dann sehr schnell braun und welk und sterben schließlich ab. Beim Auftreten der Clematiswelke hilft nur ein kräftiger Rückschnitt bis ins gesunde Holz oder gegebenenfalls bis auf den Boden, damit die Pflanze wieder neu austreiben kann. Ansonsten ist es sinnvoll, durch einen guten Dünger für eine allgemeine Stärkung der Pflanze zu sorgen, damit sie sich selbst gegen Schädlinge und Krankheiten zur Wehr setzen kann oder sie eventuell an einen besser geeigneten Standort umzupflanzen.