Blumenwiesen für Schmetterlinge und andere Insekten

Eine Blumenwiese im Garten hat gleich mehrere Vorteile. Sie ist hübsch anzusehen und verändert sich im Laufe des Jahres, sodass bei ihrer Betrachtung keine Langeweile aufkommt. Hat sie sich gut entwickelt, benötigt sie außerdem kaum Pflege. Die meisten Gartenbesitzer legen eine Blumenwiese jedoch aus Umweltschutzgründen an. Sie bietet Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen, Käfern und vielen anderen Insekten Unterschlupf, Nahrung und eine Brutstätte. Eine Blumenwiese ist damit ein guter Beitrag zum Kampf gegen das Insektensterben. Sie wird selbst Vögel und mit etwas Glück sogar Igel anlocken. Eine schöne Ergänzung ist ein Insektenhotel.

Allgemeine Informationen

Bild: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Eine Blumenwiese sollte nicht betreten oder von Kindern als Spielwiese genutzt werden. Unter dem Betreten leiden sowohl die Pflanzen als auch die Tiere. Wer die Blüten dennoch aus der Nähe betrachten möchte, kann auf einer größeren Wiese Wege anlegen und diese beispielsweise mit Rindenmulch bedecken oder Gras aussäen. Eine Einfassung verhindert, dass sich das Gras in die angrenzenden Bereiche ausbreitet und die Wildblumen verdrängt.

Zum Anlegen von Blumenwiesen sind im Handel zahlreiche Saatgutmischungen erhältlich. Die größte Hilfe für Insekten sind Mischungen, die ausschließlich Samen von heimischen Pflanzen enthalten, denn nur sie locken die hier lebenden Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an. Wildblumen aus anderen Regionen sind dagegen meist nur ein dekorativer Schmuck.

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Saatgutmischungen für Blumenwiesen können vor allem die Samen von Wildblumen oder auch die Samen von Kräutern oder Gräsern enthalten. Darüber hinaus ist zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen zu unterscheiden. Einjährige Pflanzen müssen im Prinzip jedes Jahr ausgesät werden. Viele Wildblumen säen sich allerdings selbst aus. Am einfachsten ist es jedoch, Saatgut von mehrjährigen Pflanzen zu verwenden. Sie schmücken die Blumenwiese dauerhaft und erleichtern dadurch die Gartenarbeit. Bei mehrjährigen Sorten ist allerdings Geduld vonnöten, denn sie bilden oft erst nach einem oder zwei Jahren Blüten. Viele Mischungen enthalten deshalb sowohl einjährige als auch mehrjährige Sorten. Für die Neuanlage einer Blumenwiese sind pro Quadratmeter fünf bis zehn Gramm Saatgut erforderlich.

Die größten Pflanzen erreichen nicht selten eine Höhe von einem Meter. Dies sollte bei der Planung einer Blumenwiese berücksichtigt werden. Eine gute Lage für solch ein Biotop wäre einer der hinteren Bereiche des Gartens. Dort verdeckt es keine anderen Pflanzen und die Insekten haben mehr Ruhe.

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Standort und Vorbereitungen

Der beste Zeitpunkt zum Anlegen einer Blumenwiese ist das zeitige Frühjahr. Schon ab März können die Samen ausgesät werden, sofern sich der Boden wieder erwärmt hat und kein Frost mehr zu erwarten ist. Weitere gute Termine für die Aussaat sind die Monate September und Oktober.

Ideale Voraussetzungen für eine schöne Blumenwiese bieten eine vollsonnige Lage und ein eher trockener Boden, der nährstoffarm sein sollte. Ist die Erde nährstoffreich, lässt sich der Nährstoffgehalt durch die Einarbeitung von Sand oder feinem Kies reduzieren. Er verhindert gleichzeitig einen Feuchtigkeitsstau, denn in einem sandigen Boden kann Regenwasser schneller versickern. Befand sich an der geplanten Stelle zuvor beispielsweise ein Rasen, der regelmäßig gedüngt wurde, sinkt der Nährstoffgehalt, wenn nach der Entfernung der Grasnarbe mithilfe eines Spatens der Oberboden bis in eine Tiefe von etwa zehn Zentimeter abgetragen wird. Eine Reduzierung des Nährstoffgehalts wird im Fachjargon als abmagern bezeichnet.

Unkraut, Gras und andere Pflanzen behindern eine Blumenwiese in ihrem Wachstum. Der Boden sollte deshalb sorgfältig von Pflanzen, Pflanzenresten und Wurzeln sowie von eventuell vorhandenen Steinen befreit werden. Dies gelingt am einfachsten durch ein Umgraben bis in eine Tiefe von etwa 15 Zentimetern oder eine Auflockerung des Bodens mit der Motorhacke.

Nach dem Umgraben beziehungsweise der Bearbeitung mit der Motorhacke wird die Fläche mit einem Rechen geebnet. Mit ihm oder alternativ mit einem Grubber lassen sich eventuell vorhandene dicke Klumpen Erde zerdrücken. Sofern vorhanden, kann die Fläche zusätzlich mit einer Rasenwalze in Längs- und Querrichtung geglättet werden. Durch diese Bearbeitung verdichtet sich der Boden und es schließen sich Hohlräume, die beim Umgraben oder Hacken entstanden sind. Der Boden setzt sich jedoch auch von allein. Hierfür benötigt er allerdings einige Tage. Ohne Walzen sollte die Fläche deshalb einige Tage ruhen und im Anschluss noch einmal geebnet werden.

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Aussaat

Die Samen für eine Blumenwiese sind oft sehr klein. Dadurch ist es schwierig, das Saatgut gleichmäßig auf der gesamten Fläche zu verteilen. Leichter wird es, wenn man die Samen mit Sand mischt oder bei einer großen Wiese einen Streuwagen verwendet. Heller Sand macht gleichzeitig sichtbar, an welchen Stellen noch Saatgut fehlt. Damit der Wind die Samen nicht fortweht, sollten sie mit einer Walze oder auf andere Weise in die Erde gedrückt werden. Auch leichtes Einharken ist möglich. Darüber hinaus ist für die Aussaat ein möglichst windstiller Tag zu empfehlen.

In den ersten vier bis sechs Wochen nach der Aussaat ist es wichtig, die Blumenwiese feucht zu halten und bei Trockenheit täglich zu bewässern. Hierbei sollten sich jedoch keine Pfützen bilden. Sie würden die feinen Samen fortschwemmen.

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Pflege

Trotz aller Sorgfalt wird auf einer Blumenwiese am Anfang reichlich Unkraut sprießen. Nach rund zehn Wochen sollte die Wiese deshalb gemäht werden. Diese erste Mahd macht Unkraut das Leben schwer und fördert das Wachstum der gesäten Wildblumen. Bildet sich danach immer noch viel Unkraut, kann noch einmal gemäht werden. Ab dann ist nur noch eine Mahd pro Jahr erforderlich. Sie sollte möglichst von Hand mit einer Sense erfolgen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der September, denn bis dahin sind viele Samen, durch die sich die Blumen selbst vermehren, ausgereift und bereits auf die Erde gefallen. Das Schnittgut kann für einen Tag liegen bleiben, damit die Insekten Zeit haben, sich einen neuen Unterschlupf zu suchen. Danach gehört es jedoch auf den Kompost, denn es würde die Erde mit Nährstoffen anreichern. Auf einem Komposthaufen entsteht aus ihm ein guter Dünger für andere Pflanzen.

Bei einer großen Blumenwiese ist es sinnvoll, zunächst nur eine Hälfte und zu einem späteren Zeitpunkt die andere Hälfte zu mähen. Dadurch haben die Insekten eine Ausweichmöglichkeit. Zwei Schnitte pro Jahr sind ebenfalls möglich. Mehr als zwei sollten es jedoch nicht sein.
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